Kleiner Vorgeschmack auf große Ideen.
Neben Konzept, Technologie und Gestaltung ist bei car2go die Zufriedenheit des Kunden ein zentraler Aspekt. Sinnvolle und einfache Anwendungen, sei es fürs iPhone oder auch andere Smartphones, sind hier ganz vorne mit dabei. Also hat sich ein Team von car2go mit den Studenten der Studienrichtung Interaction Design der Züricher Hochschule der Künste (ZHdK) unter Leitung von Magnus Rembold und Prof. Jürgen Späth zusammengetan, geforscht, gestaltet und entwickelt, was das Zeug hält. Das Ergebnis: Hervorragende Ideen, die den Alltag bewegen werden. Noch handelt es sich zwar um Konzeptstudien, an denen die Teams mit Feuereifer weiterarbeiten, trotzdem möchten wir Ihnen schon jetzt einen kleinen Vorgeschmack geben:
- Compass – iPhone Applikation „car2go finden“
Das car2go Siegel ist gerade aufgeklebt. Und nun? Wo ist das nächste car2go und wie komme ich vom Ulmer Stadthaus dorthin? Die Compass Applikation für das iPhone bringt die Kunden auf den richtigen Weg.
- car2go mobile – Mobiles car2go Portal für Smartphones
Viele Nutzer wünschen sich das car2go Portal schon lange fürs Smartphone. Doch wie lässt sich das car2go Portal sinnvoll darstellen, wenn es auf einem mobilen Endgerät geladen wird. Und wie muss die entsprechende Applikation dafür gestaltet sein?
- car2go buddy – Dynamische Benutzerführung im Auto
Wie hilft man unterschiedlichen Benutzertypen im Auto? Der Erstbenutzer weiß eventuell nicht, wie man das Fahrzeug öffnet oder startet. Kunden, die noch nie einen smart fortwo gefahren haben, könnten unsicher sein, wie der Kofferraum aufgeht etc.
- NaviSmart – Navigationssystem für den car2go smart
car2go hat viele ständig wechselnde Nutzer. Dafür benötigt der smart fortwo ein spezielles Navigationssystem. Und das muss einfach, schnell, funktional und intuitiv bedienbar sein!
Digitale Einfälle, Geistesblitze und dumme Computer.
Nachdem die Kooperation zwischen car2go und Interaction Design beschlossen war, rückten die Züricher Studenten erst einmal in Ulm an. Schließlich wollten sie car2go und seine Funktionalitäten genau kennen lernen, um dafür Ideen entwickeln zu können. Dann ging es auch sofort in medias res. Die Studenten sprühten im Verlauf des Projektes nur so vor Ideen: Die Atmosphäre war geladen von Einfällen, Geistesblitzen sowie Bits und Bytes der digitalen Anwendungen. Doch wie lief die Zusammenarbeit eigentlich ab? Dieser und anderen Fragen stellte sich Magnus Rembold. Als Dozent der ZHdK für die Studienrichtung Interaction Design ist er verantwortlich für die Grundausbildung der Studenten im Bereich Software-Technik. Der begeisterte Diplom-Informatiker war schon immer fasziniert davon, dass man „der an sich dummen Maschine 'Computer' seine eigenen Ideen einprogrammiert und sie dann am Ende eines Entwicklungsprozesses etwas 'Intelligentes' tun kann“.
Herr Rembold: Wann haben Sie von car2go erfahren, was dachten Sie?
„Wir haben ein Seminar angeboten über „Pervasive Computing“. Dabei geht es darum, dass der Computer als Gerät langsam verschwindet und immer mehr in die Umgebung und den Alltag integriert ist. Irgendwann nimmt man ihn dann vielleicht gar nicht mehr wahr. Zum Beispiel wandert er vom Desktop-PC in das Handy, in ein spezielles Teil des Autos oder sogar auf den Führerschein, wie wir das bei car2go mit dem Siegel erleben. Für dieses Seminar habe ich recherchiert und bin dann bei SpiegelOnline auf einen Artikel über car2go gestoßen. Ich fand car2go sehr interessant, u. a. auch deshalb, weil es in der Schweiz schon länger Mobilitätskonzepte gibt, die auf einer Genossenschaft basieren und auch sehr gut angenommen werden. Viele Schweizer haben im Vergleich zu den Deutschen kein eigenes Fahrzeug mehr und nutzen den öffentlichen Nahverkehr und in Ergänzung diese Mobility-Services. So was habe ich in Deutschland immer vermisst. Und als ich das car2go Konzept online entdeckt hatte, dachte ich: ‚Endlich mal ein Schritt in die richtige Richtung!’ Es macht einen coolen, praxis- und alltagstauglichen Eindruck!“
Wie ist es zur Kooperation mit car2go in Ulm gekommen?
„Erst einmal habe ich mir das car2go Blog im Internet durchgelesen, um einige Fakten für mein Seminar zusammenzutragen und es meinen Studenten vorstellen zu können. Über das Blog bin ich an Helmuth Ritzer, zuständig für den IT- und Telematikbereich von car2go, und an Pressesprecher Andreas Leo herangetreten und habe gefragt, ob wir car2go im nächsten Semester als Thema nehmen könnten. Beide fanden das spontan sehr gut und haben mich eingeladen.“
Sie und die Studenten der Studienrichtung „Interaction Design“ haben in Kooperation mit car2go an neuen Ideen und Anwendungen gearbeitet. Wie muss man sich das vorstellen?
„Zunächst sind wir mit den Studenten nach Ulm gekommen, um uns ein Bild vor Ort zu machen und den kompletten Prozess des Nutzers ‚Ich möchte jetzt car2go fahren und was kommt da auf mich zu’ durchzuspielen. Daraus haben die Studenten eine Analyse erstellt, sehr unterschiedliche Aspekte recherchiert und versucht, die komplette Systematik wirklich zu begreifen. In Eigeninitiative haben sie sich vier Themenfelder herausgegriffen, die sie gerne bearbeiten wollten. Diese Themen sind natürlich dadurch geprägt, dass wir Benutzerschnittstellen entwickeln und es mit diversen Computing-Geräten zu tun haben. Und deshalb sind genau diese vier Applikationen herausgekommen. Es handelt sich dabei um: „Compass“, „car2go mobile“, „car2go buddy“ und „NaviSmart“.“
Wann werden diese Konzepte umgesetzt?
„Unsere Studien sind derzeit noch Konzepte, also keine fertigen Applikationen. Die Studenten realisieren ihre Ideen nicht in dem Maße technisch, wie das bei car2go der Fall ist. Wir haben Demonstrations-Prototypen entworfen, die z.B. zeigen, wie eine App aussehen und verwendet werden kann. Die Applikationen sind im Prinzip wie eine Theaterkulisse. Derzeit sind noch keine Funktionen dahinter. Aber sie haben bei den Mitarbeitern von car2go sehr positive Reaktionen ausgelöst. Nach dem Motto: ‚Oh ja, das ist eine gute Idee, warum haben wir noch nicht daran gedacht.’ Das ein oder andere unserer Themen hatte das car2go Team auch schon überlegt, aber noch in keine konkrete Idee gegossen. Deshalb freuten sie sich, dass wir das aufgegriffen haben.“
Wie wird sich car2go Ihrer Einschätzung nach entwickeln?
„Das kann man sicher so einfach nicht beschreiben... lacht... In fünf Jahren z.B. wird car2go bestimmt in sehr vielen großen Städten dieser Welt existieren und als Service nutzbar sein. Je nachdem wie es gelingt, dies zu steuern, wird car2go zur globalen Marke oder in lokale ‚Abarten’ abgleiten, z.B. wie bei einem Dialekt. Ich denke aber, dass es sich hauptsächlich in großen Metropolen durchsetzen wird. Und ich stelle mir vor, dass die Menschen in den Ballungsräumen eh’ so viele Probleme mit ihren eigenen Autos und deren Parkmöglichkeiten haben.“
Unsere Traditionsfrage bei car2read: Mit wem möchten Sie gerne einmal car2go fahren (vorausgesetzt, es ist in Zürich verfügbar)?
„Mit John Mayer, ein herausragender und erstklassiger Musiker, der es leider fast noch nie geschafft hat, nach Europa zu kommen. Und wenn ich mit ihm irgendwann in Zürich car2go fahren könnte, hätte ich vielleicht die Gelegenheit, ihn zu einem weiteren Konzert in Europa zu überreden.“
Herr Rembold, vielen Dank für das interessante Gespräch!
Ute C. Latzke
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